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	<title>Naturmärchen &#8211; Avalon Raven</title>
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	<title>Naturmärchen &#8211; Avalon Raven</title>
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		<title>Die kleine Blätterfee und der Wind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Avalon Raven]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Märchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war einmal ein Wald, groß und alt, dessen Bäume höher ragten als die Türme einer Stadt. Dort lebte die kleine Blätterfee Elowen. Niemand wusste, woher sie gekommen war, und niemand kannte ihr Alter, denn sie war schon immer dort gewesen, so lange die Menschen sich erinnerten. Wenn der Sommer&#8230;]]></description>
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<figure class="alignleft size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/09/Die-kleine-Blaetterfee-und-der-Wind.png" alt="Die kleine Blätterfee und der Wind" class="wp-image-584" style="width:463px;height:auto" srcset="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/09/Die-kleine-Blaetterfee-und-der-Wind.png 1024w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/09/Die-kleine-Blaetterfee-und-der-Wind-300x300.png 300w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/09/Die-kleine-Blaetterfee-und-der-Wind-150x150.png 150w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/09/Die-kleine-Blaetterfee-und-der-Wind-768x768.png 768w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/09/Die-kleine-Blaetterfee-und-der-Wind-120x120.png 120w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p>Es war einmal ein Wald, groß und alt, dessen Bäume höher ragten als die Türme einer Stadt. Dort lebte die kleine Blätterfee Elowen. Niemand wusste, woher sie gekommen war, und niemand kannte ihr Alter, denn sie war schon immer dort gewesen, so lange die Menschen sich erinnerten.</p>



<p>Wenn der Sommer verging und die Tage kürzer wurden, kam ihre Zeit. Dann flog sie von Baum zu Baum, von Ast zu Ast, und in ihrer Hand hielt sie einen kleinen Pinsel, feiner als ein Grashalm, mit dem sie die Blätter in Rot, Gelb und Gold malte.</p>



<p>So war es Jahr um Jahr. Wenn der Herbst kam, war der Wald nicht länger schlicht und still, sondern er glühte in tausend Farben, als trüge er ein königliches Festgewand.</p>



<p>Eines Morgens, da der Nebel noch zwischen den Stämmen hing, kam der Wind herauf. Er zog durch die Kronen, ließ sie rauschen und beugte die Zweige tief nieder. Zuerst war er sacht, doch bald wurde er stärker, und die Blätter zitterten an ihren Stielen.</p>



<p>„Halt, Wind!“, rief Elowen von der höchsten Spitze einer Eiche. „Die Blätter sind noch nicht bereit. Meine Arbeit ist nicht vollendet!“</p>



<p>Doch der Wind hörte nicht auf sie. Er fuhr mit sausendem Atem durch die Zweige, rüttelte an den Kronen und lachte, dass es durch den Wald gellte.</p>



<p>„Halt, Wind!“, rief sie wieder, aber der Wind blies nur lauter, und da begannen die ersten Blätter zu tanzen. Sie lösten sich von den Ästen, wirbelten in die Luft und flogen, wohin der Wind sie trug.</p>



<p>Da flog Elowen ihnen nach. Mit geschickten Händen fing sie ein Blatt nach dem anderen auf, tauchte den Pinsel in ihre Farben und bemalte sie in aller Eile. Doch je mehr sie färbte, desto mehr trieb der Wind vor sich her.</p>



<p>„Halt, Wind!“, rief sie zum dritten Mal. „Warte, bis ich fertig bin!“</p>



<p>Aber der Wind blies weiter, lachte und tobte, und bald war der ganze Wald voller wirbelnder Blätter.</p>



<p>Da wurde Elowen bang ums Herz. Sie sah, wie viele Blätter schon fortgeweht wurden, ohne dass sie ihre Hand darüber geführt hatte. Sie fürchtete, ihre Arbeit würde verloren sein, ehe sie begonnen hatte. Der Wald würde kahl sein, ehe er sein Festgewand trug und ihre Arbeit sei umsonst. Denn was nützten die schönsten Farben, wenn kein Auge sie mehr sah?</p>



<p>Die kleine Fee, so schnell sie konnte. Stund um Stund flog sie durch die Zweige, und wenn der Wind eine Lücke ließ, bemalte sie ganze Äste auf einmal. Bald leuchteten die Bäume in Rot und Gold, und die Sonne, die über die Wipfel wanderte, schien mit hellem Glanz auf ihr Werk.</p>



<p>Der Wind aber fuhr weiter durch die Äste, und immer noch lösten sich Blätter und tanzten im Sturm. Die kleine Fee malte und flog, griff und strich, bis ihre Hände müde wurden und ihr Atem ging wie ein Seufzer. Doch sie hielt stand.</p>



<p>Da endlich, als der Tag sich neigte und das Licht sich rötete, sah der Wind, wie schön die Bäume nun leuchteten. Er wurde stiller, seine Böen fuhren sanfter, und er lauschte, wie die Blätter im Abendlicht rauschten.</p>



<p>Elowen sank auf einem Zweig nieder. Sie ward müde vom Tun geworden. Sie hatte keinen Zweig unberührt gelassen, kein Blatt, das nicht in Gold und Rot glühte.</p>



<p>Da sprach der Wind: „Ich habe nicht gewusst, dass deine Arbeit so wichtig ist. Ich wollte nur die Lüfte bewegen, wie es meine Natur ist.“</p>



<p>Elowen nickte und sagte: „Und ich wollte nur, dass der Wald sein Festgewand trägt, ehe du ihn leerfegst. Denn was nützen die Farben, wenn niemand sie sieht?“</p>



<p>Da wurde der Wind still. Er sah, wie müde sie war, und doch wie schön der Wald unter ihrer Hand geworden war.</p>



<p>Von diesem Tage an hielten sie Frieden. Wenn der Herbst kam, wehte der Wind die Blätter von den Zweigen, aber er wartete, bis die kleine Fee ihre Farben über sie gelegt hatte.</p>



<p>Und wer heute im Herbst durch den Wald geht, wenn die Tage kürzer werden und die Sonne rot durch die Zweige scheint, der mag es noch sehen: Die Blätter tanzen im Winde, und sie leuchten, als habe eine unsichtbare Hand sie bemalt. Dann rauscht es in den Kronen, als flüsterten Wind und Fee miteinander, und es ist, als ginge ihre alte Arbeit dort oben noch immer weiter, Jahr um Jahr, Herbst um Herbst, seit jener fernen Zeit bis auf den heutigen Tag.</p>
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		<title>Grete und das Zauberhuhn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Avalon Raven]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Federvieh]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Naturmärchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war einmal ein Bauer namens Ruprecht. Sein Federvieh war weit über die Grenzen des kleinen Dorfes bekannt. Es war wohlgenährt und kräftig. Sie legten Eier so herrlich, dass man mehr als alles andere achtete. So sehr Ruprecht sein Heim und sein Geflügel hegte, so wenig vermochte er, Gretes Herz&#8230;]]></description>
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</div>


<p>Es war einmal ein Bauer namens Ruprecht. Sein Federvieh war weit über die Grenzen des kleinen Dorfes bekannt. Es war wohlgenährt und kräftig. Sie legten Eier so herrlich, dass man mehr als alles andere achtete. So sehr Ruprecht sein Heim und sein Geflügel hegte, so wenig vermochte er, Gretes Herz zu berühren. Seit dem Tode ihrer Mutter weilte sie in seinem Haus und empfand große Einsamkeit.</p>



<p>So geschah es, dass der Bauer erneut heiratete. Die Stiefmutter trat mit ihrer Tochter in das Heim und von nun an war Gretes Leben von Kummer erfüllt.&nbsp;Bald zeigte sich, dass der Bauer die Stiefmutter und Stieftochter mehr liebte. Grete, der Hof und das Federvieh&nbsp;waren im Stich gelassen.&nbsp;Immer seltener brachte es Eier und allmählich drohte das Heim zu verarmen.</p>



<p>Die Tochter vermochte das Gezänk und die Kälte im Hause nicht länger zu ertragen. Oft floh sie in die Wälder, dort wo das Licht zwischen den Zweigen tanzt wie vergessene Träume. So suchte sie zwischen Bäumen und Blumen ihre Ruhe. Eines Tages begab es sich, dass sie auf einer Lichtung ein Huhn von wunderlichem Wuchs und seltener Farbe erblickte. Als sie darnach greifen wollte, glitt sie aus und stürzte den Abhang hinab, dass sie reglos am Boden lag.</p>



<p>Da kam ein graues Männlein herbei, kaum größer als ein Kind. Sein Bart reichte bis auf die Brust, und seine Augen glühten wachsam wie Kohlen. „Steh auf, Kind“, sprach es, „das Huhn, das du siehst, legt Eier von seltener Farbe. Wer es halten will, muss treu und sorgsam sein.“</p>



<p>Grete nahm die Aufgabe an. Sie streute frischen Weizen auf den Boden und legte anderes Gutes dazu, das das Federvieh gierig aufpickte. Achtsam nahm sie die Eier auf und säuberte den Stall mit sorgfältiger Hand. Zu den Tieren sprach sie leise und freundlich, und sie lauschten ihr. Das graue Männlein aber stand schweigend und sah ihr still zu.</p>



<p>Als Grete ihm eines Tages ihr Heimweh klagte, nahm es ihre Hand und sprach: „Du hast mir gute Dienste erwiesen. Nimm das Huhn. Wo es weidet, wird ein Teppich aus diesen kleinen grasgrünen Pflanzen mit den weißen Sternenblüten wachsen. Er wird das Federvieh wieder stärken.“</p>



<p>Als Grete heimkam und alles berichtete, nahm der Vater sie in die Arme und hielt sie fest. „Du hast unser Heim und unser Federvieh gerettet, Grete“, sprach er. „Von nun an will ich dich achten und liebend als mein Kind begleiten.“</p>



<p>Bald glänzten die Kämme des Federviehs wieder rot, und der Hof blühte in frischem Grün. Der Bauer sah seine Tochter an und spürte die Liebe, die er lange nicht gefühlt hatte. Er nahm sie in sein Herz und achtete von nun an auf ihr Wohlergehen.</p>



<p>Als die Stiefmutter merkte, wie sich das Wesen des Hauses plötzlich wandelte, nahm sie die Stieftochter bei der Hand. Von Habsucht getrieben, schickte die Stiefschwester zum grauen Männlein.</p>



<p>So zog die Stieftochter aus und tat es der Grete gleich. Auf der Lichtung erblickte sie das Federvieh und stürzte den Abhang hinab. Über Moos und Wurzeln rollend, blieb sie regungslos liegen. Langsam trat das graue Männchen heran.</p>



<p>Die Stieftochter richtete sich mühsam auf. Sie erhielt die gleiche Arbeit wie Grete. Doch Trägheit lag schwer auf ihr. Den Stall verachtete sie. Das Federvieh ließ sie unbesorgt. Überall klagte sie über den Schmutz. Heimlich nahm sie die schönsten Eier und verschlang sie gierig.&nbsp; Doch forderte sie dennoch ihren Lohn. Das graue Männchen gab ihr einen Hahn und eine Pflanze.</p>



<p>Zu Hause setzte sich der Hahn auf ihr Haupt. Ein gelber, stinkender Klecks fiel auf ihre Nase. Sie schrie um Hilfe, doch wie sehr die Stiefmutter ihn auch zu entfernen suchte, der Klecks blieb, wie von einem Fluch bestimmt.</p>



<p>Die Stiefmutter und die Stieftochter flohen mit einem Teil des Federviehs. Das Federvieh aber pflegten sie sorglos und unbedacht. Sie wussten nicht, dass die Stieftochter für ihr Betragen ein anderes Kraut empfangen hatte. Seine Blätter wirkten giftig für die Hühner, so dass ihnen das Leben schwand. Schwach und matt lagen sie da, eines nach dem andern schied dahin. So kam es, dass Ruf und Besitz der beiden zugrunde gingen.</p>



<p>Der Bauer und seine Tochter aber waren gerettet. Das Zauberhuhn schritt stolz über den Hof und legte seine seltenen Eier. Wo es weidete, spross die Vogelmiere üppig zwischen Gras und Blumen. Grete lebte fortan glücklich auf dem Hof, der wieder in voller Blüte stand.</p>
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		<title>Das Fest der Feen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Avalon Raven]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[gundermann]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
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<figure class="alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/08/Das-Fest-der-Feen.png" alt="Das Fest der Feen" class="wp-image-189" style="width:462px;height:auto" srcset="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/08/Das-Fest-der-Feen.png 1024w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/08/Das-Fest-der-Feen-300x300.png 300w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/08/Das-Fest-der-Feen-150x150.png 150w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/08/Das-Fest-der-Feen-768x768.png 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p>Es war einmal an einem Sommertag. Ein junges Mädchen schritt über die Wiesen, einen Eimer in der Hand.&nbsp;Die Sonne schickte ihre goldenen Strahlen, und der Wind rauschte leise durch die Blätter.&nbsp;Zum alten Dorfbrunnen ging sie, der tief und still war, so als ruhe darin manch verborgenes Geheimnis.&nbsp;Da geschah es. Um Wasser zu schöpfen trat sie an seinen Rand, verlor den Halt und stürzte in die Tiefe.</p>



<p>Doch nicht in kaltes Wasser fiel sie. Tief sank sie hinab und erwachte in einem fremden Lande. Es war von wunderbarem Glanze erfüllt. Und aus der Ferne klangen süße Weisen.&nbsp;Bald befand sie sich mitten in einem Kreise von Feen, die in einem Reigen tanzten, lachten und sangen.</p>



<p>Ein leises Flüstern zog durch die Luft, geheimnisvoll und doch vernehmbar. Da luden sie das Mädchen ein, mit ihnen zu feiern.&nbsp;Lange Tafeln waren gedeckt mit allerlei Speisen und silbernen Bechern, und süßer Wein funkelte im Lichte.&nbsp;</p>



<p>Da trat ein Fremder zu ihr, neigte sich herab und sprach leise: „Iss nichts und trinke nichts, denn sonst wirst du nimmermehr heimfinden.“</p>



<p>Das Mädchen nickte, doch die Feen drängten sie, zu kosten. Da trat ein rothaariger Mann aus der Menge, dessen Augen ernst leuchteten. Er nahm einen Zweig vom Vaterkraut, das auf den grünen Wiesen wuchs, und reichte ihn ihr.</p>



<p>„Halte es fest, bis du in Sicherheit bist. Solange du es trägst, vermag keine Fee dich zu berühren.“</p>



<p>Kaum hatte sie es gedacht, da öffnete sich der Weg. Sie wich aus dem Kreise und schritt hastig davon. Der Wind schwieg und hinter ihr erklangen Rufe und Schritte, wild und nah. Doch das Vaterkraut in ihrer Hand schützte sie. Kein Wesen aus der Anderswelt vermochte sich ihr zu nähern.</p>



<p>Da stand sie vor der Tür. Ein Tag war vergangen, oder ein ganzes Jahr, wer will das sagen? Mit zitternder Hand verriegelte sie das schwere Holz und lehnte sich erschöpft dagegen. Von draußen klangen Wehklagen, leises Rufen und lockende Stimmen. Doch keiner vermochte einzutreten.</p>



<p>Und so geschah es. Von jenem Tage an wusste sie um die Macht des Vaterkrautes, das zu den sieben großen Feenkräutern zähle, denen kein Zauber zu widerstehen vermag.</p>
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		<title>Wie die Sonnenblume ihre Gestalt empfing</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Avalon Raven]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es war einmal, weit hinter den letzten Bergen, wo die Wälder raunten. Wo das Moos Geheimnisse barg. Lange bevor die goldenen Sonnenblumen auf Erden leuchteten, herrschte ein Kaiser über sein weites Reich. In jenen Tagen war sein Herz schwer vor Sorge. Seine Tochter ward schön wie eine Frühlingsblüte, doch jeden&#8230;]]></description>
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<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Wie-die-Sonnenblume-ihre-Gestalt-empfing.png" alt="Wie die Sonnenblume ihre Gestalt empfing" class="wp-image-70" style="width:459px;height:auto" srcset="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Wie-die-Sonnenblume-ihre-Gestalt-empfing.png 1024w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Wie-die-Sonnenblume-ihre-Gestalt-empfing-300x300.png 300w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Wie-die-Sonnenblume-ihre-Gestalt-empfing-150x150.png 150w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Wie-die-Sonnenblume-ihre-Gestalt-empfing-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<p>Es war einmal, weit hinter den letzten Bergen, wo die Wälder raunten. Wo das Moos Geheimnisse barg. Lange bevor die goldenen Sonnenblumen auf Erden leuchteten, herrschte ein Kaiser über sein weites Reich. In jenen Tagen war sein Herz schwer vor Sorge. Seine Tochter ward schön wie eine Frühlingsblüte, doch jeden Freier wies sie ab.</p>



<p>Viele Prinzen kamen aus nahen und fernen Landen. Der eine war groß, der andere klein. Der eine hatte Haut so hell wie Schnee, doch der andere war dunkel wie die Erde. Manche waren reich, andere arm an Schätzen. Doch keiner wollte der Prinzessin so recht gefallen.</p>



<p>So begab es sich, dass sie nach langem Zureden des Kaisers wieder sprach: „Mir gefällt nur der Sohn der Sonne.“</p>



<p>Eines Tages geriet der Kaiser darüber in Zorn und rief mit lauter Stimme: „Also, geh und nimm den Sohn der Sonne zum Gemahl, mir aber komm nie mehr unter die Augen!“</p>



<p>Der Wind schwieg, und selbst die Zeit hielt den Atem an. Da zog die Prinzessin aus, dem Rufe ihres Herzens folgend. Sie wanderte ostwärts über Berg und Tal. Sie ging Wege, die kein Mensch je gegangen war. Sie schritt durch Wälder und Wüsten. So gelangte sie zu dem hohen Berg, auf dem die Sonne ihren Palast hatte.</p>



<p>Dort empfing sie eine alte Frau und fragte: „Was suchst du hier, Mädchen?“</p>



<p>„Ich möchte zum Sohn der Sonne“, erwiderte die Prinzessin und erzählte von der Verbannung durch ihren Vater.&nbsp;Die Alte sah sie lange an und fand Gefallen an ihr.</p>



<p>„Ich bin die Sonne“, sagte sie. „Meinen Sohn will ich dir zum Gemahl geben. Doch merke dir eines: Wenn du bei ihm bleiben willst, darfst du ihm niemals ins Gesicht schauen.“</p>



<p>Das versprach die Prinzessin, und ein Jahr lang hielt sie Wort. Sie lebte mit dem Sohn der Sonne, glücklich und zufrieden.&nbsp;Noch ehe sie sich’s versah, war nichts mehr, wie es gewesen.&nbsp;Leise wuchs eine Frage in ihrem Herzen. Warum durfte sie ihm nicht ins Gesicht sehen? War er nicht ihr Gemahl? Oft dachte sie still bei sich darüber nach.</p>



<p>Die Sonne blickte mitfühlend auf die Prinzessin. „Ich weiß wohl, was dich quält“, sprach sie sanft. „Stell ein Glas Wasser vor deinen Gemahl. Sieh in das Spiegelbild, das darin ruht. Doch merke dir wohl: Verweile nicht zu lange, sonst wird es ihm kundgetan, und wehe dir!“</p>



<p>Die Prinzessin tat, wie die Sonnenmutter ihr geheißen hatte. Als der Abend kam und ihr Gemahl heimkehrte, stellte sie ein Glas Wasser vor ihn und blickte hinein. Da zeigte sich sein Antlitz im klaren Wasser. Es war so schön, dass ihr das Herz stockte. Da vergaß sie die Warnung der Sonnenmutter.&nbsp;Sie verlor sich im Spiegelbild, bis ihr Gemahl es gewahr wurde.</p>



<p>Da rief er im Zorn: „Du hast mein Wort missachtet, darum sollst du nicht länger hier weilen!“</p>



<p>Da geschah es, dass er sie fortschickte aus seinem goldenen Palast. Weinend irrte die Prinzessin über Felder und Wälder, doch ihre Füße trugen sie nicht weit.</p>



<p>Da erbarmte sich die Sonne ihrer. Ein Strahl sank hernieder, und im selben Augenblick war das Mädchen verwandelt. Wo eben noch ihre Tränen auf die Erde fielen, stand nun eine hohe Sonnenblume mit einer großen, goldenen Blüte.</p>



<p>Und die Blüte wandte sich der Sonne zu, als wollte sie ihren Gemahl nie mehr aus den Augen lassen. Und so tut sie es bis auf diesen Tag.</p>
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		<title>Der Bär und die Kraft des Waldes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Avalon Raven]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Aug 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Bärlauch]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturmärchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war eine Zeit, da die Winde die Worte der Götter trugen und die Erde noch jung war. Wenn Vögel verstummten, Blitze den Himmel spalteten und Wälder vom Donner erzitterten, flüsterten die Alten ehrfürchtig: „Es ist Thor, der Donnergott.“ In einem jener Frühlinge erwachte ein alter Bär aus langem Schlaf.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Der-Baer-und-die-Kraft-des-Waldes.png" alt="Der Bär und die Kraft des Waldes" class="wp-image-63" style="width:461px;height:auto" srcset="https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Der-Baer-und-die-Kraft-des-Waldes.png 1024w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Der-Baer-und-die-Kraft-des-Waldes-300x300.png 300w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Der-Baer-und-die-Kraft-des-Waldes-150x150.png 150w, https://avalon-raven.de/wp-content/uploads/2025/07/Der-Baer-und-die-Kraft-des-Waldes-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<p>Es war eine Zeit, da die Winde die Worte der Götter trugen und die Erde noch jung war. Wenn Vögel verstummten, Blitze den Himmel spalteten und Wälder vom Donner erzitterten, flüsterten die Alten ehrfürchtig: „Es ist Thor, der Donnergott.“</p>



<p>In einem jener Frühlinge erwachte ein alter Bär aus langem Schlaf. Der Winter war hart und lang gewesen. So begab es sich, dass der Wald kahl und leer da lag. Die Landschaft schien vom Frost versteinert. Der Hunger nagte tief in seiner Brust, und müde schritt er durch das stille Land. Kein Strauch trug Blatt, kein Baum gab Frucht, kein Busch bot Nahrung.</p>



<p>Rastlos streifte der Bär umher.&nbsp;Er suchte mit den Augen zwischen den Zweigen, wo das Licht flackerte wie fernes Feuer.&nbsp;Er grub dort, wo der Schnee nicht schmolz und brach Zweige entzwei. Doch nirgends ward etwas zu finden. Doch da geschah es. Er war schwach, und die Lebensgeister schienen zu schwinden.&nbsp;So legte er sich unter einen Baum und wollte in die Dunkelheit sinken.&nbsp;Da zog ein fremder Duft durch den Wald. Er war scharf wie Sturm und stark wie feuchte Erde, und doch verborgen wie ein Lied, das nur das Herz versteht. Der Bär hob den Kopf und folgte der Spur.</p>



<p>Da sah er zwischen den Wurzeln einer alten Buche ein kleines, grünes Blatt. Der Tau glänzte darauf wie Silber. Ein Duft stieg auf, wild wie ein Sturm und scharf wie der Wind. Der Bär neigte sein Haupt und sprach: „Dies ist kein Blatt wie alle andern. Es trägt den Atem des Donners.“</p>



<p>Er fraß davon. Da geschah es. Wärme fuhr ihm in die Glieder. Ein Leuchten trat in seine Augen, und sein Brummen ging durch den Wald wie ferner Donner. Noch ein Blatt, und die Kälte wich von ihm. Noch ein Blatt, und er stand wieder fest auf seinen Beinen.</p>



<p>Da erkannte der Bär, es war ein Geschenk des Gottes. Von jener Stund an hütete er die Pflanze. Er lehrte die Tiere des Waldes, sie zu ehren und nicht achtlos zu pflücken.&nbsp;„Thors Kraft liegt in diesen Blättern. Achtet sie, und sie stärken euch. Achtet sie nicht, so helfen sie euch nicht.“</p>



<p>Der Bärlauch wuchs Jahr um Jahr. Er breitete sich aus unter Bäumen und Sträuchern. Wie ein grüner Teppich lag er auf dem dunklen Waldboden. Er nährte alle, die ihn ehrten, mit stiller Kraft. Die Tiere fanden Heilung in seinen Blättern. Die Menschen lernten, dass er neue Kraft schenkt und böse Geister fernhält.</p>



<p>So wuchs der Bärlauch weiter im Wald und schenkte Kraft all jenen, die ihn ehrten. Und wer ihn in rechter Weise pflückt, dem ist er bis auf diesen Tag ein Segen.</p>
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